1923
„Verschiedener Umstände halber“ wird das für den
Silvestertag angesetzte Rodelrennen auf den 6. Januar, „ein sehr
schöner kalter Wintertag“, verschoben. Gemeldet hatten 72 Teilnehmer
aus Fischen und Umgebung, darunter einige Wintergäste sowie Sportler
aus Immenstadt und Oberstaufen. Gestartet wurde in Maderhalm beim „Sennereilokal“
und „Punkt 2.30 wurde das Signal zum Anfangen gegeben, und schon
fuhr der erste los, in schneidiger Fahrt dem Ziel zu, das unterhalb dem
Doktorhaus, am Eingang des Weges Fischen Maderhalm war“. Max Schwegler
von Maderhalm war der Sieger dieser ersten sportlichen Veranstaltung des
SCF.
Am 21. Januar wird das erste Rennen für die Jugend durchgeführt,
ein Abfahrtslauf von Maderhalm, den „Bittler“ hinunter. Betreut
von Lehrer Recher beteiligten sich 20 Läufer; Anton Weizenegger siegte
in der Zeit von 3.34 Minuten. Anschließend findet ein Schauspringen
statt, die größte gestandene Weite von 16 Meter wird erreicht
von Johann Rudolph und Ludwig Schwegler.
Bei der Generalversammlung am 17. November wird aufgrund des regen Interesses
die Einführung eines regelmäßigen Skiunterrichts beschlossen.
„Zunächst benötigt der Club einen geprüften Skilehrer,
um den Einheimischen Anfängern durch Abhaltung eines Kurses die Skitechnik
zu zeigen, zu diesem Lehrerkurse wurde Herr Anton Rudolph und Herr Hans
Frank beordert.“
Dem Vorstand wurde die Pachtung DER 2Bolgnerhütte2 aufgetragen. (Bolgenalpe,
zwischen Zunkleiten und Oberer Bolgenalpe, in einer Karte von 1961 als
Jugendherberge eingetragen.) Dafür „benötigte der Club
einen Hüttenwart ... dazu wurde unser Skilehrer Anton Rudolph gewählt“.
Davor wurde kurzfristig die Alpe Herzberg („Beckaberg“. Im
Besitz des Bäckers Kuhn von Obermaiselstein) ohne Pachtvertrag als
Skihütte genutzt.
Der Beitrag wird von 600 Milliarden Mark infolge der neuen Goldmarkwährung
auf 60 Goldpfennig umgerechnet.
Am 30./31. Dezember finden erstmals Clubwettläufe (Clubmeisterschaften)
statt und die neuerbaute Sprungschanze an der Obermühle wird mit
einem Eröffnungsspringen eingeweiht. „Neben der Allgäuer
Schanze in Oberstaufen kann sich jetzt unsere Schanze als die schönste
rühmen.“
1924
Der vom ASV und dem Skiclub Oberstdorf und dem Skiclub Fischen übertragene
„Allgäuer Stafettenlauf“ kommt am 6. Januar zur Durchführung.
Am Start sind 35 Staffeln. Die Veranstaltung wurde von den Berichterstattern
mit großem Lob bedacht. Allerdings war „der materielle bzw.
moralische Erfolg an der Stafette ... für unseren Klub nicht sehr
groß“.
An der dritten Generalversammlung am 8. November beteiligen sich 38 Mitglieder.
Wie groß das Interesse am Clubleben damals war. Läßt
sich daran erkennen, daß der Verein insgesamt 86 Mitglieder zählte.
Umgelegt auf unsere Zeit wäre einzig der Kursaal „Fiskina“
der Ort, um eine Hauptversammlung abzuhalten.
Im umfangreichen Jahresprogramm für 1925 werden u.a. auch Führungstouren,
Lichtbildervorträge und „Fuchsjagd im Carneval“ genannt.
Da die Skihütte am Bolgen von den Mitgliedern kaum in Anspruch genommen
wird, geht die Pacht über an das 14. Inf. Rgt. Stuttgart. Deshalb
soll „der Bau (Ausbau) einer (eigenen) Skihütte ... Wirklichkeit
werden und zu dessen Vorbereitung stellt sich ein Ausschuß zusammen,
welche Arbeit die Herren Rudolph Hans, Bader Martin, Lehrer Recher, Hans
Frank und Speiser Josef übernahmen“.
Der Jahresbeitrag wird auf 3 Goldmark angehoben. Angesichts der wirtschaftlich
schweren Zeiten ist auch Teilzahlung möglich.
Für die Organisation von Wettläufen wird ein sog. „Verrechnungsausschuß“
gebildet, der u.a. auch „in uneigennütziger Weise“ verantwortlich
ist für korrekte Zeitnahme. Nach einer Anmerkung im Potokollbuch
muß es hier in der Vergangenheit manchmal zu Unstimmigkeiten gekommen
sein.
1925
Nach überraschendem Schneefall am 4. Februar „soll eine Alpine
Abfahrt mit Geschicklichkeitsbewertung und Stillaufen veranstaltet werden“.
Erstmals ist die Rede von „einer maskierten Kneipe am lumpigen Donnerstag“,
sozusagen der Grundstein zu unserer alljährlichen Großveranstaltung
„Gumpiger Donnerstag“.
Für ein Clubabzeichen wird „eine beste Skizze“ vorgelegt
und daraufhin bei der Fa. Eduard Scherm in Nürnberg 200 Stück
bestellt.
An den Skikursen des Clubs können nun auch Gäste teilnehmen.
1926
Wegen des schneearmen Winters muß die Jugendarbeit erheblich eingeschränkt
werden.
Bei der Hauptversammlung am 4. Dezember wird der Jahresbeitrag „infolge
der wirtschaftlichen Lage vorübergehend auf M. 2,- ermäßigt“.
Um die Mitglieder zu „guten Skiläufern“ auszubilden,
halten die „Kursleiter und guten Skiläufer des Clubs“
regelmäßig Sonntagnachmittag-Kurse ab.
1927
eine Clubmeisterschaft der besonderen Art kam am 23. Januar zur Durchführung
– ob in unserer Zeit nachahmenswert sei dahin gestellt! Im Protokollbuch
ist vermerkt: „Als Wettlaufstrecke war für dieses Jahr eine
alpine Abfahrt von der Ostlerhütte am Bolsterlanger Horn nach Sonderdorf
und von hier ein Langlauf über Aumühle mit Aufstieg auf die
Oberdorfer Höhe nach Maderhalm und Abfahrt nach Fischen in Aussicht
genommen. Punkt 12 Uhr Mittags starteten die ersten Läufer auf der
Ostlerhütte und ein zeitweise einsetzendes starkes Schneetreiben
machte manchen Läufer schon nach wenigen Metern unsichtbar. –
Das Ergebnis des Wettlaufs kann trotz der Ungunst der Witterung, es schneite
auch im Tale ununterbrochen, als sehr gut bezeichnet werden, nachdem die
ca. 10 km lange Strecke mit einer Bestzeit von 26 Min. 19 Sek. gelaufen
wurde. Die Wettlaufstrecke wurde allgemein als schön und abwechslungsreich
befunden.“ Die angegebene Bestzeit erzielte Hermann Schwegler.
Am 30. Januar stand Fischen ganz im Zeichen des Wintersports. 60 Rodlerinnen
und Rodler finden sich ein zum nun schon traditionellen Rodelrennen von
Maderhalm. Erstmals am Start sind auch Zweisitzer. Am Nachmittag beteiligen
sich 31 Springer aus dem ganzen Oberallgäu und dem Westallgäu
an dem großen „Konkurrenz-Schauspringen“ auf der Mühlenschanze.
Zur Unterhaltung der zahlreichen Zuschauer spielt die Musikkapelle Fischen
und die Springer leisteten „zum größten teil Gutes ..
Das abverlangte Fufzgerl wurde drum auch von den allermeisten Zuschauern
gerne gegeben, leider nicht von allen.“ Die Preisverteilung für
beide Bewerbe findet statt im Café Baur (heute Café Henning).
Am Gumpigen Donnerstag (24.2.) wird durch den „Gemeindebüttel
(Club-Kassier Heinrich Lengger) Fischens Erhebung zum Markt“ proklamiert.
Auch über den Abend in der „Alpenrose“ stattfindende
„Ersten Jahrmarkt in Fischen“ wird im >Allgäuer Anzeigeblatt<
ausführlich berichtet.
Bei der Generalversammlung am 26. November wird Heinrich Lengger zum 1.
Vorsitzenden gewählt. Die von der Vorstandschaft ausgearbeitete erste
Vereinssatzung wird einstimmig und unverändert angenommen.
1928
Wegen des schneearmen Winters kann von den vorgesehenen sportlichen Veranstaltungen
lediglich der Clublanglauf durchgeführt werden. Auf der 8-km-Strecke
von Obermaiselstein zum Clublokal „Alpenrose“ wurden „trotz
der vielen schneefreien Stellen gute Zeiten gelaufen“.
1929
Weil sich bei einer Faschingsveranstaltung „ein Klubmitglied der
Vorstandschaft gegenüber grobe Verfehlungen zu Schulden kommen“
läßt, tritt diese in einer außerordentlichen Versammlung
am 29. März zurück.
Bei der ordentlichen Generalversammlung am 15. November wird Johann Rudolph
zum 1. Vorsitzenden gewählt.
1930
Sämtliche sportliche Veranstaltungen entfallen wegen Schneemangels.
1931
Den Junioren- und Jugendspringern des Clubs werden hervorragende Leistungen
bescheinigt. Auf der großen Schanze in Oberstdorf werden Sprünge
von 46 m (Ludwig Schwegler, Benedikt Waibel), 39 m (Max Speiser) und 35
m (Luis Endres) gestanden. Auch bei weiteren Veranstaltungen im gesamten
Allgäu wird auf vordere Plätze gesprungen.
Ärger gibt es bei einem Abfahrts- und Sprunglaufwettbewerb im Walsertal,
an dem sich sieben Fischinger beteiligen, denn „die Preisverteilung
war sehr ungerecht, sodass sich alle auswärtigen Teilnehmer hierüber
ausfällig äußerten. Die Walsertaler Schiefahrer erhielten
alle gute Preise wie goldene Uhren, während die guten Läufer
von Oberstdorf und Fischen zum Beispiel 1 Flasche Schnaps bekamen.“
Auf Teilnahme an Veranstaltungen im Kleinwalsertal wird vorläufig
verzichtet.
Der Gumpige Donnerstag ist Anlaß für einen zünftigen Skiausflug
zur Ostlerhütte zu „Freund Nettel“. Nach sturzreicher
Abfahrt geht es abends „trotz der schlechten Zeit“ noch zum
Tanz in die >Alpenrose<.
Bei der Generalversammlung am 4. November wird auf Drängen des Verkehrsvereinsvertreters
Herrn Amme das Winterprogramm erheblich erweitert. Neben zahlreichen Führungstouren
soll es im Februar und März noch weitere etwa acht „außergewöhnliche“
Veranstaltungen geben, da sich Herr Amme „Fischen übervoll
mit Winterkurgästen ausmalte“.
1932
Die Lenzenberghütte (Besitzer Familie Ücker, Obermaiselstein)
wird gepachtet und Otto Enzensberger zum Hüttenwart gewählt.
Im >Führer durch die Fischinger Landschaft< wird eine markierte
Skiroute vom Steinhaufen zur >Fischinger Skihütte< erwähnt.
1933
Bei der 12. Ordentlichen Generalversammlung am 10. November hat auch die
aktuelle politische Lage in Deutschland ein gewichtiges Wort mitzureden.
Grund dafür ist das sog. Gleichschaltungsgesetz. Es besagt, daß
auch Vereine nach dem „Führerprinzip“ organisiert werden
müssen. Ein Führer wird gewählt, der dann seine Mitarbeiter
bestimmt. Eine Wahl der einzelnen Vorstandsmitglieder fand also dann nicht
mehr statt. Bei der von Ortsgruppenleiter Heinrich Lengger geleiteten
Wahl erhält Johann Rudolph 36 von 37 abgegebenen Stimmen.
Der Jahresbeitrag wird auf 4 Mark festgesetzt, wobei 2,50 Mark an den
DSV abzuliefern sind.
1934
Die Fischinger Skisportler beteiligen sich recht erfolgreich an auswärtigen
Veranstaltungen. Folge davon ist u.a., daß für eine Clubmeisterschaft
kein Termin frei ist.
Bei der Generalversammlung am 20. November nehmen Bericht und Aussprache
über den Ausbau der Hütte breiten Raum ein.
1935
An einem Abfahrtslauf vom Wannenkopf zur Lenzenberger-Skihütte beteiligen
sich ca. 30 Clubmitglieder.
Anläßlich einer außerordentlichen Versammlung am 10.
April wird eine geänderte Satzung vorgetragen und angenommen. Der
Club muß nun auch ins Vereinsregister eingetragen werden.
Auch diesmal spielt die hohe Politik wieder mit: „Von der Politischenleitung
wurde dem Club das Lokal Alpenrose verboten.“ Diese Entscheidung
Läßt sich eigentlich nur mit der damals vorherrschenden deutschnationalen
Gesinnung erklären. Der Wirt der >Alpenrose<, A. Althaus, war
Schweizer.
Am Gumpigen Donnerstag wird ein „Haberfeldtreiben“ veranstaltet,
das ganz Fischen auf die Beine bringt.
1936
Die Generalversammlung am 20. November findet im neuen Clublokal >Bergfrieden<
statt. Alois Martin übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden (offiziell
„Führer“) von Johann Rudolph.
Am 27. Dezember wird erstmals, mit „Erlaubnis der Kreisfachamts-Leitung
Skilauf im Kreis V/VI“, ein Abfahrtslauf vom Weiherkopf nach Bolsterlang
durchgeführt. Vier Fischinger Läufer kommen unter die ersten
Zehn (1. Luis Endres, 3. Toni Speiser, 6. Ludwig Schwegler, 9. Max Speiser).
Über den Bau einer neuen Sprungschanze wird debattiert.
Die Besitzer der Grundstücke im Skigelände werden dringend gebeten
die Zäune zu öffnen.
1937
Nach der neuen Wettkampfordnung besteht für Wehrmachtsangehörige
Startverbot für ihren Heimatverein. Der Skiclub muß deshalb
auf einige seiner besten Aktiven verzichten.
Der Langlauf ist in den letzten Jahren gegenüber den alpinen Disziplinen
und dem Sprunglauf etwas in den Hintergrund getreten, wie aus einem Diskussionsbeitrag
bei der Hauptversammlung am 20. November zu schließen ist.
Am Silvestertag treten Fischinger Skiläufer gegen schwedische Gäste
zu einem Mannschaftsvergleichskampf an. Vor zahlreichem Publikum wird
ein Langlauf über 7 km und ein Torlauf von Maderhalm durchgeführt.
In den Einzeldisziplinen vorn liegend werden die Fischinger dennoch auf
den zweiten Platz verwiesen, der Grund ist ein Bindungsbruch. Am Abend
findet ein Fackellauf am Stinesser statt, der zu einer Traditionsveranstaltung
des Skiclubs wird.
1938
Unter schwierigsten Bedingungen – orkanartiger Schneesturm am Start,
Schneeregen am Ziel – findet im Januar der Weiherkopf-Abfahrtslauf
statt. Von 140 gemeldeten Teilnehmern sind nur 80 am Start, 8 Pflichttore
werden gesetzt, „um die Läufer zu überlegter Fahrt zu
zwingen“. Auch finanziell wird es für den Club stürmisch,
deshalb soll bei den Gemeinden Fischen und Bolsterlang für diese
Veranstaltung in Zukunft um Zuschüsse gebeten werden.
Die Vermietung der Clubhütte an einen Betreiber auf eigene Rechnung
wird in Erwägung gezogen.
1939 bis 1947
Während des Zweiten Weltkrieges und danach tritt der Sport in den
Vereinen in den Hintergrund. Viele Aktive und Funktionäre sind nicht
mehr in der Heimat und der Kampf ums tägliche Leben hat Vorrang.
Auch um den Skiclub Fischen wird es still, die bislang ausführlichen
Aufzeichnungen über die Vereinsaktivitäten reißen ab.
27 Clubkameraden kehren aus dem Krieg nicht zurück.
1. Vorsitzender von 1939 bis 1945 ist Otto Enzensberger.
2. Erst in einem Bericht des >Allgäuer Anzeigeblattes< vom
29. Januar 1947 meldet sich der SCF zurück: „Allgäuer
Meisterschaften der Alpinen Kombination in Fischen“. Für die
Abwicklung dieser Veranstaltung am 25./26. Januar, mit 285 Teilnehmern,
wird dem Club größte Sorgfalt und Umsicht bescheinigt. Die
Abfahrt fand am Weiherkopf statt, der Torlauf wurde am Stinesser ausgetragen.
Die Fischinger Teilnehmer Luise Engstler, Hans Rudolph, Fritz Rohrmoser,
Hermann Eberle und Toni Speiser belegen in ihren Klassen vordere Plätze.
1948
Der Club führt die >Alpinen Hochschulmeisterschaften< der US-Zone
am Weiherkopf durch.
Die Generalversammlung am 1. Oktober im Clublokal >Bergfrieden<
beginnt gleich mit einem Paukenschlag: Nach kurzer Begrüßung
stellt der 1. Vorsitzende Max Speiser sein Amt, das er seit 1945 innehat,
zur Verfügung. Er begründet dies damit, daß „die
große Zahl der Jugend sich vor jeder Arbeit praktisch drücke“.
Die vom Kassier Erich Spatz vorgetragene Kassenlage ist korrekt, aber
durch die vorangegangene Währungsreform bedenklich.
Die Sprungschanze, „unser neues Sorgenkind“, erfordert einen
umfangreichen Arbeitseinsatz.
Am 26. Dezember feiert der Club im >Bergfrieden< sein 25jähriges
Bestehen, den Zeitumständen entsprechend in bescheidenem Rahmen.
Am Silvestertag findet auf der neuerbauten Mühlenschanze ein Jubiläumsspringen
mit Allgäuer Beteiligung statt. Sieger ist der Oberstdorfer Heini
Klopfer mit dem Schanzenrekord von 50 m.
1949
In den Aufzeichnungen wird immer wieder der mangelnde Einsatz zu vieler
Mitglieder beklagt. Die sportlichen Veranstaltungen können nur unter
Mithilfe von Außenstehenden durchgeführt werden. „Der
Klub hat einen Tiefpunkt erreicht“, so ist zu lesen in einem Bericht
über eine Versammlung am 14. Januar. Demzufolge kann in der Hauptversammlung
am 16. September keine Vorstandschaft gewählt werden, die bisherige
führt die Geschäfte kommissarisch weiter.
Der Gumpige Donnerstag wird wieder vom Skiclub gestaltet, „wie es
früher Brauchtum war“. Am Stinesser treffen sich zahlreiche
Maskierte zu Torlauf und Springen.
Erstmals nach dem Krieg wird am 6. Februar wieder eine Clubmeisterschaft
durchgeführt. Am Stinesser finden Abfahrt und Torlauf statt. Für
die Herren steht zusätzlich noch ein Langlaufrennen auf dem Programm.
1950
Am 14. Und 15. Januar ist Fischen Austragungsort der Allgäuer Nordischen
Skimeisterschaften<. Trotz widriger Verhältnisse gelingt eine
hervorragende Durchführung, was viel Lob einbringt, aber wenig in
die Kasse. Start und Ziel waren im Dorf. Vorsorglich vorbereitet wurden
eine Ausweichstrecke im Weiherkopfgebiet und eine Sprungschanze am Bolsterlanger
Skilift.
Nach Aufgabe der Lenzenberghütte wird die Ornachhütte gepachtet
und Albert Schele als Hüttenwart bestellt. Unterhalb der Hütte
trainieren Fischinger Springer auf einer Schneeschanze.
Bei der Hauptversammlung am 23. November stellt sich Alois Martin erneut
als 1. Vorsitzender zur Verfügung.
In naher Zukunft wird von größeren Veranstaltungen abgesehen,
der gesellschaftliche Zusammenhalt im Club und die Jugendarbeit sollen
intensiviert werden.
In Ausschußsitzungen wird über einen Zusammenschluß der
drei Fischinger Sportvereine (Skilauf, Fußball, Turnen) diskutiert
und von der weiteren Erhaltung einer clubeigenen Skihütte Abstand
genommen. Die Ornachhütte war also nur eine kurzfristige Episode.
1951
Das Inventar der Skihütte Ornach – der Pachtvertrag war kurzfristig
gekündigt worden – wird im Keller des Rathauses öffentlich
zum Kauf angeboten.
In der Hauptversammlung am 3. November nimmt die äußerst schwierige
Kassenlage breiten Raum ein. Der Mitgliederbeitrag wird, wie schon seit
vielen Jahren, bei 4,-- Mark belassen.
Der Skilauf soll Unterrichtsfach an der Volksschule werden. Der Lehrplan
wird in Zusammenarbeit mit der Skischule Fischen erstellt und 19 Clubmitglieder
stellen sich als Ausbildungskräfte zur Verfügung.
1952
Völlig unerwartet verstirbt am 10. September der Vorsitzenden Alois
Martin im 50. Lebensjahr. Bei der Hauptversammlung am 6. November wird
Otto Enzensberger zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Die im letzten Jahr begonnene Schülerausbildung wird mit 12 Clubmitgliedern
fortgeführt.
In geheimer Abstimmung wird der Gasthof Enzensberger Stuben zum neuen
Clublokal erkoren.
Anläßlich der Feier zum 30jährigen Jubiläum im neuen
Clublokal werden Peter Klaus, Johann Rudolph, Rochus Kuhn und postum der
kürzlich verstorbene Alois Martin zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der
22 gefallenen und 5 vermißten Clubkameraden wird ehrend gedacht.
1953 bis 1959
Der Skiclub Fischen beteiligt sich an dem vom Verkehrsverein in Auftrag
gegebenen Skischlepplift am Stinesser mit 500,-- DM.
Eine überarbeitete Satzung wird von der Hauptversammlung am 7. November
einstimmig angenommen. Der Club wird wieder in das Vereinsregister eingetragen.
Die Skigymnastik unter der Leitung von Max Speiser wird zur ständigen
Einrichtung. Um die Jugendbetreuung zu verbessern, wird ab 1957 ein Jugendleiter
bzw. Jugendsportwart gewählt.
Die Aktivitäten des Skiclubs beschränken sich in diesen Jahren
mehr auf das „Innenleben“, von überörtlichen Veranstaltungen
wird abgesehen. Begründet wird dies mit anhaltend schlechten Wintern
und auch mit mangelnder Mitarbeit. Wegen dieser Zurückhaltung im
sportlichen Bereich kommt es bei diversen Sitzungen zu teils heftigen
Wortwechseln.
1960
mit einem hervorragend besetzten Spezialslalom am Silvestertag meldet
sich der Skiclub in der Öffentlichkeit zurück. Am Stinesser
begeistern 67 Teilnehmer, darunter 31 Klasse I/II-Läuferinnen und
–Läufer die Zuschauer. Besonders zu nennen sind Heidi Biebl
aus Oberstaufen (im gleichen Jahr Olympiasiegerin in der Abfahrt in Squaw
Valley) und der Kleinwalsertaler Ludwig Leitner (WM-Dritter in Chamonix
1962 und Olympiasieger in Innsbruck 1964 in der Kombination). Dieser vielbeachtete
Silvestertorlauf wurde in den folgenden Jahren mehrfach wiederholt.
1961
Bei der Hauptversammlung am 3. Dezember wird ausführlich über
die Pistenplanierung am Stinesser diskutiert. Die Experten im Club sind
der Meinung, „daß bei der Planierung der Sinn und der Zweck
durch die Ausführenden nicht ganz richtig erfaßt wurde“.
Einige junge Alpin-Läufer stellen den Antrag, den Langlauf bei der
Clubmeisterschaft nicht mehr zu werten. Grund dafür ist, daß
sich die Alpinen bei der Punkteberechnung benachteiligt fühlen. Um
einen weiteren Rückgang der Sparte nordisch zu verhindern, wird dem
nicht stattgegeben.
1962
Um die Beteiligung beim Clublanglauf zu steigern, sollen auch Nachbarvereine
eingeladen werden.
Am großen und kleinen Stinesser findet erstmals eine alpine Schülerausbildung
statt. Unter der Leitung der Skischule Fischen unterrichten auch einige
bewährte Kräfte des Clubs.
1963
Am 26. Januar feiert der Club sein 40 jähriges Jubiläum im Hotel
Tanneck.
Im November wird die Mühlenschanze wieder aufgebaut. Die bei einer
Besprechung aufgeworfene Frage, wer die Schanze als erster springen solle,
wurde von dem Oberstdorfer Weltklasse-Springer Toni Brutscher beantwortet:
„I nimm die Schi schu amol mit und zeigena wie ba da no 40 Metr
jucke ka.“
Um den Sprunglauf vor allem bei der Jugend zu fördern, wird bei der
Hauptversammlung am 20. November der Antrag angenommen, die Clubmeisterschaft
als Viererkombination auszuschreiben, was jedoch nie zur Durchführung
kam.
1964
Auch im Nordischen ist der Club wieder Durchführer einer bedeutenden
Veranstaltung. Am 24. Januar finden in Fischen die >Allgäuer Staffelmeisterschaften<
statt.
1965
Im November werden an der Mühlenschanze Erdarbeiten durchgeführt.
Die jahrelange hervorragende Zusammenarbeit bei der skisportlichen Ausbildung
der Fischinger Schüler zwischen Skischule, Skiclub und Schule wird
weitgehend beendet, da nach Gründung der Verbandsschule dies nun
im regulären Unterricht erfolgt.
Bei der Vorführung des Farbfilms >Ski 66<, Veranstalter SC
Fischen, im hiesigen Kino ist auch die gesamte alpine Damen- und Herrennationalmannschaft
unter den Zuschauern, ebenso der legendäre Sportreporter Heinz Mägerlein
(„... sie standen an den Hängen und P(p)is(s)ten ...“).
1966
Am 29. Und 30. Januar war der Club Durchführer der >Allgäuer
Nordischen Jugendmeisterschaften<. Es kostete viel Mühe Mühlenschanze
und Loipe bei starkem Föhn wettbewerbstauglich zu halten. Die Jugendlichen
des Clubs erreichten gute vordere Plätze.
Mit der Berufung von Gerhard Behring in die DSV-Nationalmannschaft und
der Einladung unserer Nordischen und Alpinen zu Trainingskursen des ASV
und BSV beginnt eine Reihe von Jahren sportlicher Erfolge auf nationaler
und internationaler Ebene.
1967
Ein arbeitsreiches Jahr für den Club: In Fischen finden am 4. Und
5. Februar die >Internationalen Nordischen Bodenseemeisterschaften<
statt, während die am 112. Und 12. März durchgeführten
>Bayerischen Meisterschaften< der Vereinsstaffeln und der 50km-Dauerlauf
sowie die Gaujugendstaffel wegen Schneemangel nach Balderschwang verlegt
werden müssen.
Gerhard Gehring und Max Ruppaner qualifizieren sich für die >Internationalen
Nordischen Militärmeisterschaften (CISM)< im Libanon.
Aufgrund hervorragender Leistungen werden die beiden sowie Andreas Stolz
nach St. Moritz zu den Olympia-Vorbereitungslehrgängen der Biathleten
entsandt.
Ein Olympia-Testrennen der alpinen DSV-Nationalmannschaft wird kurzfristig
in Fischen angesetzt, am 17. Dezember findet ein Torlauf auf dem bestens
präparierten Stinesser statt. ARD und ZDF berichten darüber.
Am 30. Dezember wird, erstmals in Deutschland, bei idealen Bedingungen
ein Nachtlanglauf an der Beslerstraße veranstaltet.
1968
Ein Sportlicher Höhepunkt für den Skiclub ist die Teilnahme
von Gerhard Gehring an den Olympischen Winterspielen in Grenoble. Er startet
in den Biathlonwettbewerben über 20 km (32. Platz) und in der Staffel
(9. Platz).
Max Ruppaner wird im März vom DSV zu den Internationalen Skiwettkämpfen
in die Hohe Tatra (CSSR) entsandt. Mit dem 10. Platz über 15 km wird
er bester Deutscher.
Bei der Hauptversammlung am 7. Dezember wird Toni Vogler zum 1. Vorsitzenden
gewählt. Otto Enzensberger wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Einer Änderung der Vereinssatzung, mit Schwerpunkt Leistungssport,
wird zugestimmt. Die regelmäßigen Sprechabende werden eingeführt.
Der neue Clubpullover wird vorgestellt.
1969
Am 16. Februar werden die >Allgäu-Werdenfelser Staffelmeisterschaften<
durchgeführt, mit drei Meistertiteln für den Club.
Mit dem Bau einer Flutlichtanlage an der Nachtlanglaufstrecke wird begonnen,
die Gesamtkosten von ca. DM 10.000,-- werden finanziert mit einem Zuschuß
der Gemeinde, Spenden und Eigenleistung.
Der Nachtlanglauf wird im Rahmen eines >Nordischen Kriteriums< (26.
– 28. Dezember) durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem SK
Nesselwang und dem SC Breitenwang/Tirol finden insgesamt 2 Nachtläufe
und 2 Springen statt.
Erstmals erringt ein Fischinger Läufer einen deutschen Meistertitel:
Gerhard Gehring siegt in der Länderstaffel.
1970
Gerhard Gehring und Max Ruppaner werden vom DSV zur Nordischen WM in die
Hohe Tatra entsandt.
Am 3. Und 4. März werden in Fischen erstmals >Deutsche Nordische
Skimeisterschaften< für Vereinsstaffeln und 50 km-Dauerlauf durchführt.
An beiden Wochentagen finden sich überraschend viele Zuschauer ein.
Der Werbeturm an der B 19 und der neuartige, selbstkonstruierte Spurhobel
erregen Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Die Fischinger Läufer
erzielen hervorragende Ergebnisse.
1971
um die Jugendbetreuung zu verbessern erwirbt der Club einen VW-Bus, Kosten:
DM 166,50.
Wegen steigender Mitgliederzahl wird der Beitrag künftig per Bankeinzug
erhoben werden.
Vom 25. Bis 29. Januar sind der SC Fischen und der SC Bolsterlang Ausrichter
der >20. Internationalen Zollgrenzdienst-Skiwettkämpfe<. Start
und Ziel ist beim Patrouillenlauf über 25 km im Ort und Schießstand
am Hirschsprung, Slalom und Riesenslalom werden am Weiherkopf ausgetragen.
Gustav Thöni, alpiner Weltmeister, und Franco Nones, nordischer Olympiasieger,
sind die prominentesten Teilnehmer.
Im Februar reist Gerhard Gehring nach Sapporo in Japan zu den vorolympischen
Wettbewerben.
Hans Ruppaner ist Teilnehmer bei den >Internationalen Nordischen Militärmeisterschaften
(CISM)< in St. Johann in Tirol.
Erstmals findet das Stadelfest bei Hans Renn am Tannacker statt.
Um den Nachtlanglauf attraktiver zu gestalten ist man nun auch mit jugoslawischen,
italienischen und russischen Läufern im Gespräch. Wegen Schneemangel
muß am 26. Dezember der Lauf nach Rohrmoos verlegt werden.
1972
Sportlicher Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist die Teilnahme von
Gerhard Gehring an den Olympischen Winterspielen in Sapporo. Nach einem
guten 22. Platz im 15 km-Lauf erringt er beim 30 km-Lauf einen 10. Platz
und läuft damit in die Weltelite.
Völlig überraschend kam der erstmalige Titelgewinn des SCF bei
der >Deutschen Vereinsstaffelmeisterschaft< in Neubau.
Am 11. November feiert der Club sein 50jähriges Bestehen. Beim Festabend
werden Otto Enzensberger, Max Ruppaner sen. Und Max Speiser zu Ehrenmitgliedern
ernannt.
1973
Der Club beteiligt sich am Ausbau einer renntauglichen Loipe von 15 km
Länge im Rohrmoos.
Bei der Hauptversammlung am 24. November wird vorgeschlagen, für
die Amtszeit der Vorstandschaft eine sog. Überlappung einzuführen,
um einen „Regierungswechsel“ zu erleichtern.
Der SC Breitenwang kündigt seine Mitwirkung beim Nordischen Kriterium,
an seine Stelle tritt der SC Hindelang.
1974
Gerhard Gehring und Hans Buhl werden vom DSV zur WM nach Falun entsandt.
Nachdem im September der Gasthof Enzensberger geschlossen wird, ist die
Tradition eines „Clublokals“ beendet.
Der SK Nesselwang verabschiedet sich vom Nordischen Kriterium.
1975
Der >1. Hörner-Volksskilanglauf< mußte im Januar wegen
Schneemangel nach Tiefenbach verlegt werden.
Bei der Hauptversammlung am 21. November wird mit einer Satzungsänderung
einer jeweils zweijährigen Amtszeit zugestimmt. Da innerhalb der
Vorstandschaft die „Überlappung“ stattfinden soll (1.
Vorsitzender und Schriftführer bzw. 2. Vorsitzender und Kassier),
wird es in Zukunft alljährlich Wahlen geben.
1976
Am 23. Und 24. Februar finden zum zweiten Mal >Deutsche Skimeisterschaften<
der Vereinsstaffeln und im 50 km-Dauerlauf in Fischen statt. Unsere Staffel
wird Vizemeister und Gerhard Gehring holt den Titel auf der langen Strecke.
Die Resonanz bei Zuschauern und Presse ist hervorragend.
1977
Ein „ruhiges“ Jahr – lediglich die >Alpinen Deutschen
Jugendmeisterschaften< werden vom 2. Bis 4. Februar, zusammen mit weiteren
Oberallgäuer Vereinen, durchgeführt.
Die Nachtlanglauf-Rennen müssen wegen Schneemangel in Fischen und
Hindelang ausfallen.
Der Silvester-Fackellauf wird erstmals, auf Anregung eines Mitglieds,
mit einer besinnlichen Rede des 1. Vorsitzenden am Kriegerdenkmal beendet.
Premiere hat auch die mit Fackeln gesteckte Jahreszahl am Stinesser.
1978
Auch in diesem Jahr wird lediglich eine Veranstaltung von überörtlicher
Bedeutung durchgeführt, nämlich der Bezirksentscheid der Schulen
im Langlauf im Januar.
Bei einem Ehrungsabend am 1. Dezember wird die neugeschaffene Leistungsnadel
an verdiente Aktive verliehen.
Wiederum muß der Nachtlanglauf abgesagt werden – weit und
breit kein Schnee!
1979
Am 27. Januar richtet der Club die >Bayerische Biathlon-Forstmeisterschaften<
aus und am 10./11. Februar den Landesentscheid nordisch der bayerischen
Schulen.
Sportlich gesehen ist es ein sehr erfolgreiches Jahr: ASV-, BSV- und DSV-Staffelmeister,
Bayerischer Meister über 30 km und 50 km.
Bei der Hauptversammlung am 5. Dezember wird Herbert Schnaubelt zum 1.
Vorsitzenden gewählt.
Zum dritten Mal in Folge muß der Nachtlanglauf wegen fehlendem Schnee
abgesagt werden. Auf einer zusammengeschaufelten und gekehrten Strecke
wird bei der Sonnenalp ersatzweise ein Tages-Sprintrennen durchgeführt.
1980
Der Computer hält nun auch Einzug beim SC Fischen mit dem Zeitnahmegerät
>Alge Stop Star<. Xaver Renn ist seitdem zuständig für
Einsatz und Wartung. Erfreulicherweise kann nahezu die Hälfte des
Kaufpreises von DM 9.900,-- durch Spenden finanziert werden.
Am 19. Januar sind erneut die >Bayerischen Biathlon-Forstmeisterschaften<
in Fischen. Der Kreisentscheid nordisch der Schulen folgt am 22. Januar.
Vom 31. März bis 3. April richtete der Club unter schwierigen Bedingungen
auf Grasgehren die ASV-Schülermeisterschaft in der Abfahrt aus, mit
hervorragenden Ergebnissen unserer Mädchen.
Am 21. Dezember wird der >Tyrolia-Cup< auf Grasgehren durchgeführt.
Der SC Hindelang verabschiedet sich vom Nordischen Kriterium.
1981
Am 18. Januar findet der 7. Und letzte >Hörner-Volksskilanglauf<
statt. Bedingt durch eine Inflation an Volksläufen im Oberallgäu
gingen die Teilnehmerzahlen so weit zurück, daß die Abrechnungen
eher ins Minus tendierten.
Der Kreis- und Bezirksentscheid nordisch der Schulen folgt am 23. Januar.
Höhepunkt des Jahres sind die >Deutschen Skimeisterschaften<
der Vereinsstaffeln Herren und Damen sowie 50 km Herren und 20 km Damen
am 21. Und 22. Februar, bei besten Verhältnissen. Das Stadion befindet
sich in Kellers Feld an der Turnhalle. Die überwältigenden Zuschauerzahlen
kommentiert der DSV-Sportwart Prof. Dr. Martin mit den Worten: „...
die reinste Völkerwanderung, wie ich sie sonst nur vom Holmenkollen
kenne ...“ Die Musikkapelle Fischen Leitet die Wettkampftage jeweils
mit einer eigens komponierten Fanfare ein. Die Staffel des SCF erringt
den Vizetitel.
Am 12. Und 13. Dezember wirkt der Club bei Organisation und Zeitnahme
für zwei FIS-Abfahrten am Weiherkopf mit – ein „Trainingslauf“
für die große Aufgabe im nächsten Jahr.
1982
Am 5. Und 6. Januar, bei widrigsten Verhältnissen, ist Fischen Schauplatz
der ASV-Meisterschaften für Staffeln aller Klassen sowie 30 km Herren
und 10 km Damen.
Vom 12. Bis 21. Februar steht der Skiclub Fischen vor seiner bislang größten
Aufgabe: die „Internationalen Deutschen Alpinen Skimeisterschaften<
für Jugend und Senioren. Auf dem Programm stehen 18 Wertungsläufe
sowie zahlreiche Trainingsläufe. Dank einer hervorragenden Vorbereitung,
der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fischen, dem SC Bolsterlang
und der Hörnerbahn („Höba I“), dem enormen Einsatz
von ca. 150 ständigen Helfern sowie eines unwahrscheinlichen Wetterglücks
wird diese Mammutveranstaltung einwandfrei durchgeführt. Die Erstellung
der Start- und Ergebnislisten übernimmt die Computerfirma CTM aus
Konstanz, für den Transport stellt Mercedes Benz Fahrer und Fahrzeuge
zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Clubs treten erstmals mit weißem
Anorak einheitlich gekleidet auf. Auch diesmal ist die Musikkapelle Fischen
mit einer eigens komponierten Fanfare dabei. Ein Buch mit ca. 130 Seiten
ist am Ende die >Offizielle Ergebnisliste<.
Fazit dieser Tage: Einmal und nicht wieder!
Dennoch stehen diese Meisterschaften einmal kurz vor dem Abbruch. Am 18.
Februar verunglückt ein junger Rennläufer abseits der Piste
tödlich. Auf ausdrücklichen Wunsch des Vaters wird von einer
vorzeitigen Beendigung abgesehen.
Am 23. Oktober feiert der Club sein 60jähriges Bestehen mit einem
Festabend. In der Fiskina wird eine Ausstellung über den Skisport
von einst und jetzt gezeigt. Mit einem Sportler-Frühschoppen im Kursaal
mit der Musikkapelle Fischen endet am nächsten Tag die Feier.
Beim Skinachtlanglauf wird am 26. Und 27. Dezember in zwei Läufen
der Sieger nach der sog. >Gundersen-Methode< ermittelt.
1983
In diesem Jahr „erholen“ sich die Clubmitglieder von den Strapazen.
In den ersten Monaten des Jahres werden lediglich interne Veranstaltungen
durch geführt, mit Ausnahme des >Allgäuer Ärztelanglaufs<
am 19. Februar.
Am 21. November nimmt eine Abordnung des Clubs in Oberstdorf auf dem Waldfriedhof
Abschied von Toni Brutscher.
Am 18. Dezember wird ein FIS-Slalom am Weiherkopf durchgeführt. Die
traditionelle Veranstaltung am Jahresende Heißt nun >Allgäuer
Latschenkiefer Nachtlanglauf<. Der Club findet in Dieter Vollmann (Fa.
Allga Pharma) einen zuverlässigen Hauptsponsor, der auch in Zukunft
ein internationales Teilnehmerfeld gewährleistet. Der Lauf selbst
muß wegen Schneemangels nach Grasgehren verlegt werden.
1984
Ende Januar wird als Wochenendveranstaltung die >Internationale Veterans
Trophy< mit alpinen Bewerben durchgeführt. Die Teilnehmer kommen
aus mehreren europäischen Ländern und den USA, der TD aus Japan.
Am 4. Februar findet am Grünen Weg ein >Ärzte-Kombinationswettbewerb<
statt mit Riesenslalom und Langlauf. Der >Latschenkiefer Nachtlanglauf<
wird wiederum in Grasgehren durchgeführt.
1985
Anfang Januar werden die alpinen Schüler-Rennen um den >Kunert-Cup<
am Weiherkopf ausgerichtet.
Am 26. Und 27. Januar finden die alpinen Bundesskispiele für Buben
in Bolsterlang am Knobel und auf der Märchenwiese statt.
Anläßlich seines 70. Geburtstages am 11. Februar wird Toni
Speiser zum Ehrenmitglied ernannt.
Die >Deutschen Nordischen Skimeisterschaften< am 2. Und 3. März
mit 20 km Damen und 50 km Herren sowie den Staffeln können wegen
anhaltender Schneeschmelze nicht am Ort durchgeführt werden. Da Balderschwang
und Rohrmoos als Ausweichstrecken ausfallen, wird in Langenwang vom Rotfischgebiet
über Obermaiselstein zum Hirschsprung eine anspruchsvolle Strecke,
größtenteils von Hand, präpariert. Mit Glück werden
die Rennen abgewickelt, kurz nach Beendigung steht der Zielraum unter
Wasser. Eine große Überraschung war der dritte Platz von Manfred
Häusler beim 50 km-Dauerlauf.
1986
Am 12. Februar wird der ausgefallene Nachtlanglauf an der Beslerstraße
nachgeholt. Da um die selbe Zeit in Oberstdorf die Weltmeisterschaftsstrecken
von der Weltelite getestet werden, sind bei unserem Lauf 11 Nationen am
Start.
Der Reguläre >Latschenkiefer Nachtlanglauf< wird am 26. Dezember
durchgeführt. Vom geplanten 2. Lauf am folgenden Tag muß abgesehen
werden wegen anderweitiger Verpflichtungen der Rennläufer.
1987
Die >Allgäuer Staffelmeisterschaften< für alle Klassen,
verschoben auf den 29. März, können in Balderschwang auf einer
5-km-Schleife durchgeführt werden. Die Staffel des Clubs wird ASV-Meister.
Einen außergewöhnlichen Erfolg gibt es am 7. April vor dem
Rathaus zu feiern. Mit einer Bronzemedaille in der Kombination kehrt Carola
Spatschil von den alpinen Junioren-Weltmeisterschaften aus Skandinavien
zurück.
Im Juni verstirbt der langjährige 1. Vorsitzende und unser Ehrenmitglied
Otto Enzensberger, der bis zuletzt dem Skiclub aufs engste verbunden war.
Mit einer „Familienfeier“ wird das 65jährige Jubiläum
im Kursaal begangen.
Wieder ist Schneemangel der Grund, daß der >Latschenkiefer Nachtlanglauf
am 26. Dezember nach Balderschwang verlegt werden muß. Gestartet
wird mit Zweiermannschaften, die Läufer wechseln nach jeweils einer
Runde.
1988
Am 2. Februar findet der Bezirksentscheid nordisch der Schulen zum Wiederholten
Mal in Fischen statt.
Der >Latschenkiefer Nachtlanglauf< am 26. Dezember muß erneut
nach Balderschwang verlegt werden.
1989
Bei sehr schlechten Witterungsbedingungen richtet der Club am 22. Und
23. März die >Deutschen Slalom-Meisterschaften< für Herren
und Damen, mit starker ausländischer Beteiligung, in Grasgehren aus.
Anschließend wird der ASV bei der Durchführung der Riesenslalombewerbe
in Balderschwang maßgeblich unterstützt.
Eine Große Trauergemeinde, darunter viele Clubmitglieder, geleitet
Johann Rudolph, Mitbegründer, ehem. 1. Vorsitzender und Ehrenmitglied
des Skiclub Fischen, am 3. Mai zur letzten Ruhe.
Bei der Hauptversammlung am 1. Dezember wird Hans Ruppaner zum 1. Vorsitzenden
gewählt.
Am 29. Dezember findet mit großem technischen und organisatorischen
Aufwand der >Latschenkiefer Nachtlanglauf< in Grasgehren statt,
hervorragend unterstützt vom Bauhof, der Grasgehren OHG und dem THW.
Erstmals wird der Sieger bei den Herren in Vorläufen und in einem
Finallauf ermittelt.
1990
Carola Spatschil fährt bei einem Weltcup-Riesenslalom auf den 20.
Platz; das beste Ergebnis bei den Alpinen in der Vereinsgeschichte.
Der Umzug am Gumpigen Donnerstag lockt so viele Zuschauer an wie nie zuvor;
nach Expertenmeinung sollen es weit über 10.000 gewesen sein.
Mit der am 23. Mai stattfindenden Hauptversammlung wird erstmals seit
Bestehen des Clubs vom üblichen Termin am Jahresende abgewichen.
Anläßlich seines 70. Geburtstags am 12 . November wird Hildegar
Reichart zum Ehrenmitglied ernannt.
Beim >Latschenkiefer Nachtlanglauf< am 26. Dezember, endlich wieder
einmal im Ort, sind drei Weltmeister am Start.
1991
Die Mitglieder Verwaltung ist nun komplett auf EDV umgestellt, der Karteikasten
hat ausgedient.
Am 26. Und 27. Januar ist der Club Ausrichter der >Alpinen Bundes-Skispiele<
der Schüler. Die Rennen müssen wegen Schneemangels vom Weiherkopf
nach Grasgehren verlegt werden.
Wegen des sog Golfkriegs im Nahen Osten entfallen der Umzug am Gumpigen
und der Rosenmontagsball. Viele Mitglieder halten dies für eine übertriebene
Reaktion, zumal im Rheinland und anderswo lustig gefeiert wird.
Bei der Hauptversammlung am 16. November wird Bruno Sauter zum 1. Vorsitzenden
gewählt.
Über das Thema Nachtlanglauf – für und gegen die Durchführung,
in welcher Größenordnung, ob mit oder ohne Sponsor –
wird innerhalb des Clubs sehr kontrovers diskutiert. Eine Krise, die sich
in den nächsten Monaten und Jahren verschärft, zeichnet sich
ab.
Nach eingehenden Beratungen wird der >Latschenkiefer Nachtlanglauf
am 26. Dezember doch durchgeführt.
1992
Am 12. Januar findet der >Salomon Kids-Cup< in Grasgehren statt.
Speziell für die Mitglieder der reiferen Jahrgänge wird im Gasthof
Kreuz erstmals am 1. März ein „Faschingsball der alten Art“
gefeiert (der allerdings nach zweimaliger Wiederholung wegen mangelnder
Beteiligung eingeht).
Bei der Hauptversammlung am 15. Juli nimmt die Diskussion über die
sog. „Vereinsmüdigkeit“ der Mitglieder breiten Raum ein.
Mit einem Festabend am 24. Oktober in der Fiskina feiert der Club sein
70jähriges Bestehen.
Der >Latschenkiefer Nachtlanglauf< am 26. Dezember muß nach
Grasgehren verlegt werden.
1993
Am 16. und 17. Januar wird im Fellhornskigebiet der >Atomic-Raiffeisen-Volksbank-Cup<
mit großem Aufwand durchgeführt.
Der >K2 Kids-Cup< wird am 24. Januar in Grasgehren ausgerichtet.
Beim Umzug am Gumpigen wird erstmals das große Zelt aufgestellt
und erweist sich als großer Publikumsmagnet.
Die >Allgäuer Staffelmeisterschaften< am 6. Und 7. März
können am Ort, mit Start und Ziel in Zimmermanns Feld und einer anspruchsvollen
Strecke am Tannacker, durchgeführt werden.
Die Hauptversammlung am 30. Juni nimmt einen turbulenten Verlauf. Da sich
Bruno Sauter als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung stellt
und kein Nachfolger gefunden werden kann, führt der 2. Vorsitzende
Dieter Koberstein den Club kommissarisch. Auch der Posten des Schriftführers
kann nicht besetzt werden. Die Betreuung der nordischen Jugend ist nicht
mehr gewährleistet.
Der >Latschenkiefer Nachtlanglauf< am 26. Dezember findet erstmals
im Dorf, mit Start und Ziel am Anger, statt. Die Zuschauerresonanz ist
hervorragend.
1994
Einziges Ergebnis der außergewöhnlichen Hauptversammlung am
6. Juni ist die Bildung eines sog. „Krisenstabes“, der in
der Folge jedoch keine Lösungen bieten kann. Die Auflösung des
Clubs rückt in den Bereich der Möglichkeit, da eine kommissarische
Führung zeitlich begrenzt ist.
Das „Fischinger Schimuseum“ wird im Mai im Rahmen der Kultur-
und Brauchtumstage eröffnet. Der Skiclub ist mit Exponaten und einer
Bilderwand beteiligt.
Bei der ordentlichen Hauptversammlung am 8. Dezember wird Dieter Koberstein
zum 1. Vorsitzenden gewählt, nachdem sich Kandidaten für den
2. Vorsitzenden und für den Schriftführer finden.
Erstmals werden für die Jugendbetreuung im nordischen und im alpinen
Bereich für die Wintermonate angestellte Trainer verpflichtet. Aufgrund
des letztjährigen Erfolges wird der „Latschenkiefer Nachtlanglauf“
am 26. Dezember wieder im Dorf durchgeführt.
1995
Am 21. und 22. Januar findet in Fischen der „Internationale Alpencup“
statt, ein Mannschaftswettbewerb für Gemeinden der Alpenländer.
Ausrichter ist die Gemeinde, der Club übernimmt den sportlichen Ablauf.
Da der Skiball in den letzten drei Jahren immer weniger Besuch zu verzeichnen
hatte, findet an 10. Februar der vorläufig letzte statt.
Nach Anschaffung eines clubeigenen Computers wird die Mitgliederverwaltung
nun vollständig intern bewältigt.
Für den
„Latschenkiefer Nachtlanglauf“ am 26. Dezember wird am Anger
eine Brücke für eine Achter-Strecke errichtet.
1996
Für die Ausrichtung der „ASV-Langlauf-Minitournee“ am
3. Februar auf der verkürzten Nachtlanglaufstrecke am Grünen
Weg erhält der Skiclub großes Lob. Auch die Zuschauerresonanz
ist für so eine Veranstaltung ungewöhnlich groß.
Bei besten Bedingungen wird die „ASV-Schülermeisterschaft“
im Riesenslalom in Grasgehren durchgeführt.
Bei der ordentlichen Hauptversammlung am 24. April wird Fritz Müller
zum 1. Vorsitzenden gewählt. Daraufhin erklären sich bewährte
Mitarbeiter bereit, weiterhin tätig zu sein.
Nachdem die „Weißkittel“ von der Mammut-Meisterschaft
von 1982 ausgedient haben, treten Funktionäre und Helfer künftig
in rotem Anorak und blauem Pulli in der Öffentlichkeit auf.
Da für die Streckenpräparierung mit der Gemeinde eine Übereinkunft
erzielt werden kann, wird der „Latschenkiefer Nachtlanglauf“
auch weiterhin im Dorf durchgeführt.
1997
Die Unstimmigkeiten im Club sind nun weitgehend „Schnee von gestern“,
es werden im sog. „Jubiläumsjahr“ wieder vermehrt Veranstaltungen
organisiert.
Die „ASV-Langlaufmeisterschaften“ für Jugend und Senioren
werden auf der erweiterten Nachtlanglaufstrecke – die den Aktiven
alles abverlangt – am 6. Januar durchgeführt.
Mit zahlreichen Helfern wird bei besten Bedingungen am 12. Januar im Grasgehren
die
„ASV-Schülermeisterschaft“ im Slalom ausgetragen. Der
„Jubiläums-Gaudiwurm“ am Gumpigen erreicht eine noch
nie dagewesene Länge.
Die „ASV-Langlauf-Minitournee“, am Grünen Weg geplant,
muß am 22. Februar kurzfristig nach Tiefenbach-Ferlewang verlegt
werden.
Im Hinblick auf das Jubiläumsjahr wird dem Club außer der Reihe
das „Fuski-Turnier“ übertragen. 10 Oberallgäuer
Skivereine beteiligen sich am 26. Juli daran.
Da diverse Veranstaltungen und Feste in den Sommermonaten im Ort unsere
Mitglieder voll in Anspruch nehmen, wird erstmals seit 1971 von der Durchführung
eines Stadelfestes am Tannacker abgesehen.
Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Verena und einem Festabend
im Kursaal „Fiskina“ wird am 5. Dezember das 75jährige
Jubiläum gebührend gefeiert.
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